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Anschreiben einer Bewerbung

Während dem übrigen Aufbau der Bewerbungsmappe in der Regel sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, zeigt sich das Anschreiben oft als vernachlässigtes Stiefkind. Dabei besteht gerade bei diesem Dokument verstärkt die Möglichkeit, positiv aus der Masse hervor zu stechen und den zukünftigen Arbeitgeber von den eigenen Qualitäten zu überzeugen. Es stellt die persönliche Visitenkarte dar und sollte deshalb nicht nur formal, sondern auch inhaltlich die richtige Botschaft vermitteln.


Ein sauberes Schriftbild sowie die Vermeidung von Rechtschreib- und Grammatikfehlern sind dabei Punkte, die schlicht vorausgesetzt werden. Wer nicht einmal diese grundsätzlichen Kriterien erfüllt, signalisiert - gerade in Zeiten von Computern und Korrekturprogrammen - unmissverständlich Desinteresse und mangelnden Einsatzwillen.

Darüber hinaus sollte der Text des Anschreibens eine durchdachte Struktur aufweisen und nicht als einziger Wortschwall den Leser überfordern. In sinnige Abschnitte gegliedert, die flüssig und in logischer Reihenfolge einen ersten Eindruck vom Bewerber bieten, erfüllt das Anschreiben mit Sicherheit am besten seinen Zweck.

Schwierigster dürfte allerdings die Frage sein, wie sich der gewünschte Eindruck mit Worten untermauern lässt. Selbstverständlich möchte sich jeder selbst im optimalen Licht darstellen und genau das ist auch das erklärte Ziel. Ähnlich der Werbeindustrie findet hier das AIDA-Prinzip Anwendung. Zunächst muss man auf Sie aufmerksam werden, dann erweckt der ein oder andere Satz spezielles Interesse an Ihrer Person, wodurch bis zu einem gewissen Grad der Wunsch entsteht, gerade Ihnen eine Chance zu geben, und mit etwas Glück führt dies zum gewünschten Ergebnis, sprich einem Vorstellungsgespräch. Doch als Faustregel gilt: Realistisch bleiben.

Aufgeführte Fähigkeiten, Qualifikationen, Ansprüche und des Weiteren Gehaltsvorstellungen oder berufliche Erwartungen sollten insgesamt Motivation und eine gesunde Selbsteinschätzung widerspiegeln. In anderen Worten wäre es weder ratsam zu über- noch zu untertreiben. Dies kann leicht als Arroganz oder entsprechend als Anbiederung ausgelegt werden.

Woraus genau sollte nun der Inhalt des Anschreibens bestehen?

Als grobe Richtlinie teilt sich das Anschreiben in zwei zentrale Bereiche, die ungefähr den gleichen Stellenwert einnehmen: zum einen der Mensch hinter den Zeilen und zum anderen der Mensch, der sich den Zeilen widmet.

Der zukünftige Arbeitgeber sollte sich ein Bild vom Bewerber machen und vor allem erkennen können, ob eine Eignung für die jeweilige Position vorliegt. Vorteilhafte Stärken, Erfahrungen oder auch ganz konkrete Ideen, auf welche Weise man sich einbringen möchte finden an dieser Stelle also ebenso ihren Platz wie besondere Anreize, die die Stelle aus eigener Sicht bietet.

Da es aber nicht allein darum geht, sich selbst zu beweihräuchern, darf außerdem die Bezugnahme auf das Unternehmen nicht fehlen. Wer sich ihren Unterlagen widmet, möchte bereits vor dem eventuellen Kennenlernen wissen, ob Sie sich mit dem Beruf allgemein und ihrem möglichen Arbeitsplatz im Besonderen ernsthaft auseinandergesetzt haben und den nötigen Willen mitbringen.

Wie sollte sich der Inhalt präsentieren?

Beide Bereiche müssen aufeinander abgestimmt sein und aus mehr als Allgemeinplattitüden bestehen. Oberflächlich betrachtet klingen zwar Formulierungen wie "stellt es für mich eine wünschenswerte Herausforderung dar, Ihrem Team anzugehören..." nach Engagement, doch verblassen sie ohne einen triftigen Hintergrund schnell zur Belanglosigkeit.

Gleiches gilt für nebensächliche oder gar unpassende Erwähnungen. Wird ein Sachbearbeiter für eine Bank gesucht, will niemand wissen, ob er künstlerisch begabt ist. Mit Aktivitäten im Umweltschutz zu hausieren, wenn das Unternehmen überwiegend mit chemischen Produkten arbeitet, dürfte ebenfalls kein Pluspunkt sein. Ein wenig Recherche verhindert meist solche Fauxpas.

Fazit

Zusammenfassend setzt sich das Rezept für ein ansprechendes Anschreiben aus wenigen wichtigen Komponenten zusammen: Es sollte unaufdringliche Motivation, Interesse an dem Unternehmen sowie an der Position, den persönlichen Charakter und in angemessenem Rahmen Individualität ausdrücken - in Verbindung mit einem ansprechenden Schreibstil, einem sauberen und fehlerfreien Schriftbild sowie einer menschlichen Note.

Vermieden werden sollten dementsprechend Standardtexte aus fremder Feder, denen man lediglich einige Details beimengt sowie die reine Ausarbeitung des Lebenslaufes. Hier zählen nicht Fakten, sondern der persönliche Eindruck.


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