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Tabellarischer Lebenslauf

Das oberste Gebot eines tabellarischen Lebenslaufes ist seine Übersichtlichkeit. Spezielle Punkte sollten sich ohne langes Suchen aufgrund einer geordneten Struktur schnell finden lassen. Auch wenn Bewerber dies nicht gerne hören, so werden doch gerade hier gerne direkte Vergleiche zwischen den Konkurrenten angestellt, und wer dabei durch kreatives Chaos aus der Reihe fällt, hat schnell schlechte Karten.


Während bei anderen Bereichen der Bewerbungsmappe Formulierungen und ein individueller Stil durchaus ihre Berechtigung haben, zählen an dieser Stelle nur Fakten. Natürlich sollten diese nicht willkürlich aneinandergereiht werden, sondern sie sind einem festgelegten Muster unterworfen.

Zu Beginn des tabellarischen Lebenslaufes findet sich stets der Block persönliche Angaben, der neben dem vollständigen Namen, Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit und Familienstand vor allem die Anschrift mit den sogenannten Kontaktdaten enthält. Letztere können jedoch, ebenso wie das üblicherweise in der oberen rechten Ecke angebrachte Bewerbungsfoto, auch separat auf einem Deckblatt präsentiert werden.

Die zweite Gliederungsebene betrifft die schulische Ausbildung, die wie alle übrigen Blöcke aufsteigend nach Datum sortiert und selbstverständlich mit Angabe der jeweiligen Institution und des Abschlusses inklusive Benotung versehen sein sollten.

Die weitere Aufteilung hängt nun stark vom Werdegang der Person ab und lässt sich kaum pauschal definieren. Wichtig aber sind immer die durchgängige Darstellung und die korrekte zeitliche Abfolge. Grundwehrdienst, Zivildienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr werden dabei gerne einmal vergessen, doch müssen sie unbedingt mit aufgeführt werden. Üblicherweise folgen dann die berufliche Ausbildung beziehungsweise das Studium, eventuell Praktika und Volontariate, der berufliche Werdegang einschließlich der derzeitigen Situation und gegebenenfalls Weiterbildungen.

Abschließend können spezielle Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen eingebracht werden, um das Bild zu komplettieren. Zu den klassischen Vertretern dieser Gattung zählen vor allem Fremdsprachen, EDV-Kenntnisse, Referenzen, Hobbys und Tätigkeiten beispielsweise im Ausland oder bei sozialen Organisationen. Fehlen nur noch die Unterschrift, Datum und Ort. Auf Grußformeln wird verzichtet.

So weit zur Theorie, nur lässt sich diese in der Praxis nicht immer ganz reibungslos umsetzen. Hin und wieder klaffen objektiv betrachtet unschöne Lücken im Gesamtkonstrukt oder das ganze Schreiben wirkt farblos. Einige Bewerber fühlen sich in diesem Moment versucht, ausschweifende Beschreibungen zu verwenden und nebulöse Wendungen zu gebrauchen. In Ausnahmefällen wird sogar der Fantasie ein Freifahrtschein ausgestellt oder ein Zeitabschnitt bewusst verschwiegen.

Eine durchaus verständliche Reaktion, doch genau der falsche Weg. Der Lebenslauf darf nur klare Aussage beinhalten, die nicht den Anschein erwecken, als würde der Verfasser sich ihrer schämen. Ominöse schwarze Löcher haben den gleichen Effekt. Anstatt nichts zu schreiben, empfiehlt es sich immer die Wahrheit offen zulegen - selbst die Unangenehme. Auf das Schönreden gewisser Sachverhalte sollte man ebenfalls verzichten. Fehler machen uns schließlich menschlich und wer zu ihnen steht, beweist Größe. Für Referenzen und betonte Erfolge gilt zudem gesondert, dass sie nur dann einen Wert besitzen, wenn sie durch handfeste Nachweise belegt werden können.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine geeignete Formulierung gelegentlich nicht doch ihren Zweck erfüllt. Von Sätzen wie "aus privatem Interesse widme ich mich regelmäßig Buchhaltungsprozessen und finanziellen Vorgängen", die nichts anderes bedeuten als "Ich mache meine Einkommenssteuererklärung selbst" sollten Bewerber sicherlich Abstand nehmen. Gegen die nähere Erläuterung "berufliche Neuorientierung" bei Arbeitslosigkeit spricht aber nichts.

Ein Gliederungspunkt, für den diese Tipps besonders gelten und der oft für Verwirrung sorgt, ist die Kategorie Hobbys. Extremsportarten, Töpfern und Haustiere dürften dabei die falschen Schlagworte sein. Es geht nicht darum, besonders einzigartig oder sympathisch zu wirken, sondern sich zusätzlich für die angestrebte Stelle zu qualifizieren. Wählen Sie also ihrer Meinung nach passende Freizeitaktivitäten, die ihre Eignung optimal unterstreichen und natürlich gleichzeitig der Wahrheit entsprechen - alles andere würde sich spätestens beim Vorstellungsgespräch rächen.

Mit der richtigen Mischung aus kurzen, prägnanten Fakten und gezielten positiven Farbklecksen bringt der Lebenslauf Stärken perfekt zur Geltung und überdeckt ganz automatisch scheinbare Schwächen. Es gibt eigentlich nur drei Dinge, die beinahe unverzeihlich sind: Ein handschriftliches Exemplar ist ohne direkte Aufforderung ein absolutes Tabu, die maximale Länge von zwei Seiten oder besser noch einer sollte nicht überschritten werden und Lücken oder Beschönigungen ziehen erst recht die Aufmerksamkeit aus sich. Wer zudem darauf achtet, Zeitangaben möglichst präzise zu listen und im Stil ein ansprechendes Äußeres zu bieten, kann nicht allzu viel falsch machen.


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