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Vorstellungsgespräch - Vorbereitung, Kleidung, Fragen, Verhalten

Die erste Hürde ist genommen und das Bewerbungsschreiben hatte den gewünschten Erfolg. Nun steht die wohl schwerste Prüfung, nämlich das Vorstellungsgespräch, an und es gibt wie immer viel zu beachten. Ein typischer Fehler findet sich dabei meist schon in den fünf Minuten, nachdem die Einladung begeistert gelesen wurde. In dieser Zeit landet sie nicht selten auf einem Stapel Papiere oder in einem Ordner, denn schließlich hat sie ihre Schuldigkeit getan - ein großer Irrtum.


Der zugewiesene Termin sollte, selbst ohne direkte Aufforderung, unbedingt schriftlich oder zumindest telefonisch bestätigt werden. Außerdem gehören die Einladung wie auch die Stellenausschreibung und eine Kopie der Bewerbung unbedingt in die Tasche, wenn man den Gang zum Vorstellungsgespräch antritt. Enthielt der Umschlag einen Fragebogen darf er - natürlich vollständig ausgefüllt - ebenso wenig fehlen.

Nach dieser Kontaktaufnahme und der erfreulichen Tatsache, dass die Stelle in greifbare Nähe gerückt ist, beginnt nun die eigentliche Arbeit. Recherche heißt das Zauberwort, denn wer sich auf seine Spontanität verlässt und keinerlei Planung betreibt, begeht deutlich gesagt beruflichen Selbstmord. Es dürfte sogar hilfreich sein, eine Liste mit den wichtigsten Punkten zu führen und gewissenhaft einen nach dem anderen abzuhaken. Dabei sollte zuoberst die Anfahrt stehen. Ihr Gegenüber nimmt sich für Sie Zeit und deshalb ist Unpünktlichkeit eigentlich nur dann entschuldbar, wenn Sie von einem Bus überrollt werden, nicht aber wenn Sie ihn aus reiner Schlamperei verpassen. Das klingt sicherlich hart, aber der Kampf um einen Job ist hart.

Anschließend gilt es, sich mit dem Unternehmen und der Stelle auseinanderzusetzen. Jedes Vorstellungsgespräch gestaltet sich individuell, allerdings erscheinen in 90 Prozent davon immer wieder ganz bestimmte Fragen in unterschiedlicher Ausführung, auf die der Bewerber unbedingt eine Antwort parat haben sollte. Dazu gehört zum Beispiel, dass der potenzielle Arbeitgeber eine Begründung dafür hören möchte, warum Sie sich gerade für diese Position beworben haben, was Sie über das Unternehmen wissen, was Sie sich erwarten, wie sie sich einbringen wollen, warum Sie gerade diesen Beruf gewählt haben oder wo Sie sich in fünf Jahren sehen.

Genauso häufig tauchen die Themen persönliche Stärken und Schwächen, Stressbewältigung, Teamfähigkeit oder der gefürchtete Satz "Erzählen Sie etwas über sich selbst" auf. Da besonders dieser Punkt überwiegend für große Verwirrung sorgt, bedarf er einer intensiven Vorbereitung, denn nicht selten neigen Bewerber dazu, einfach ihren Lebenslauf in ausschweifender Form wiederzugeben - doch den kennt der Interviewpartner bereits. Einige Stationen daraus als Einstieg zu verwenden, kann hilfreich sein, aber etwas mehr sollte schon folgen. Auch das altbekannte Rezept, Schwächen als Stärken zu verpacken, muss mit Bedacht eingesetzt werden, da es leicht zu durchschauen ist und sich schnell ins Gegenteil verkehrt. Lieber hin und wieder, ehrlich zu kleineren Macken stehen.

Mit dem richtigen Rüstzeug kann das Projekt Vorstellungsgespräch jetzt in die entscheidende Phase gehen. Achten Sie auf einen guten ersten Eindruck. Sie müssen ein Rundumpaket bieten und bereits die Kleidung kann für oder gegen Sie sprechen. Herrscht in dem Unternehmen ein spezieller Dresscode erleichtert dies die Angelegenheit natürlich ungemein. Ansonsten empfiehlt sich ein dezentes und zur Position passendes Outfit in gedämpften Farben. Frauen sollten zudem darauf achten, keine zu großen und auffälligen Taschen zu tragen. Wenn noch genügend Zeit ist, dürfen Waschräume gerne für einen letzten Kontrollblick genutzt werden.

Ausschlaggebender noch als das äußere Erscheinungsbild, stellt sich das Auftreten dar. Ein fester Händedruck zeugt von Selbstsicherheit und ein freundliches Lächeln von Motivation. Aber nicht übertreiben, denn Ihr zukünftiger Arbeitgeber möchte weder gebrochene Finger, noch arrogante Mitarbeiter, die sich selbst überschätzen.

Während der Unterhaltung selbst sollte man die richtige Mischung aus Offenheit und Interesse zeigen. Blickkontakt halten, aufmerksam zuhören, eine lockere und dem anderen zugewandte Körperhaltung einnehmen, angemessen sprechen und keine Barrieren aus Kaffeetassen oder Ähnlichem errichten, dürfte der ideale Ansatz sein. Hier ist auch die optimale Gelegenheit, vorbereitete Fragen zu stellen, die Sie sich auf ihrem Notizblock vermerkt haben. Kein Notizblock? Der sollte allerdings vor Ihnen liegen, schließlich schadet es nicht wichtige Informationen aufzuschreiben, oder sind Ihnen die Antworten Ihres Gegenübers egal?

Fast geschafft. Das Vorstellungsgespräch ist beendet und alle erheben sich. Bleibt nur noch die Verabschiedung und - nicht zu vergessen - die Klärung, wie es danach weitergeht. Wer wissen will, wie er sich geschlagen hat, darf dies selbstverständlich ansprechen, doch unverbindlich und nicht nachbohrend. Immer auf die Signale achten.


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